__WORKSHOP__

 

1 NL Chris Kraus

Photo: POP-ZEITSCHRIFT, Juni 2017
(Original aus: Girls Like Us, Issue Five, 2014, Jessica Gysel im Gespräch mit Chris Kraus, S. 98)

In Vorbereitung auf die Lesung und Diskussion mit der Autorin Chris Kraus– oder diese zum Anlass nehmend – laden wir Sie und Euch herzlich zu einem Workshop:
»art can lick my juicy ass … my form is myself«
ein.

28.08.2017
14 Uhr
(bis voraussichtlich 18 Uhr)

Berkaer Str. 1  , Seminarraum

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird erbeten: info@literaturfestival-erfurt.de

Bei Fragen bitte an:
max.walther@uni-erfurt.de
oder
linda.keck@uni-weimar.de

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what about

»art can kiss my juicy ass … my form is myself« ?
(B. Malamud)

Was war es, was wir wissen wollten und was war es, worauf wir warteten?
Nicht ganz ohne Polemik stellen diese beiden, an Kant und in Weiterführung Blumenberg angelehnten Fragen den Anfangspunkt einer möglichen Auseinandersetzung mit den Texten der US-amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Theoretikerin Chris Kraus dar. Auf- und eingeworfen werden damit nicht nur Fragen nach der (ver-)späte(-te-)n Rezeption und Ressonanz – im anglophonen wie auch germanophonen Literatur- und Theorieraum – sondern auch eine kritische Position sowohl zum entstehenden Hype und als auch der darin attestierten und sich manifestierenden (Über-(?)) Bewertung oder Überhöhung der Texte Chris Kraus’.
Außer Frage jedoch steht für uns, dass die Texte von Chris Kraus einen entscheidenden Beitrag zur Emergenz und, in zweiter Instanz, Beantwortung von relevanten und überfälligen Fragen leisteten und leisten. Fragen nach alternativen Narrativen und Narrativierungen von Kunstgeschichtsschreibungen und Kunstkritik, nach feministischer Stimmgebung und Gegenentwürfen zur normativen Perspektivierung der Produktion, Vermarktung und Rezeption von Literatur.
Textinterne mehrschichtige Selbstreferentialität und Selbstreflektion führen zu Fragen nach den Möglichkeitsbedingungen des Schreibens, des zur Form-Werdens und Form-Haltens: my form is myself ist zwar eine indirekte Absage, weil klare Antwort, doch sie fordert uns auf – als Reiz-Reaktion auf das NEIN – die Interaktion oder Intraaktion von Inhalt und Form zu (re)-formulieren und neu zu stellen.

»We need a new vocabulary and a reading that is rooted neither in the phallocentric traditions of white, Western art history nor in the ne wand peculiar postmodern theories that demand that woman accept otherness as her state (read: inferiority)«

Im Nachhören der, vor über zwanzig Jahren formulierten Forderung Cassandra Langers und unter Bezugnahme auf weitere (Basis-)Texte der feministischen Kunstkritik und Kunstgeschichte fordern wir Standpunkte und Kommentierungen zur momentanen Situation – nach UNSEREM Sprechen und Lesen – im Allgemeinen und zur Verortung Chris Kraus in einer möglichen Genealogie in progress.

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